InnoLeder

Neues Färbeverfahren für eine nachhaltige Lederproduktion

Wasserfreie, ressourceneffiziente Lederfärbung

Die neue Prozesstechnik benötigt keine Färbehilfsmittel.

Projektziele: Nachhaltige und farb-
flexible Lederfärbung mit überkritischem CO2

Die Gerbung und Färbung von Leder hat sich seit vielen Jahren kaum verändert und benötigt viele Ressourcen. Für die Herstellung von einer Tonne Leder werden im Durchschnitt 250 m³ Wasser und 2,5 Tonnen Chemikalien verbraucht, von denen etwa 20 % im Leder verbleiben. Die Entwicklung ressourceneffizienter Verfahren zur Vermeidung überschüssiger Chemikalien ist entscheidend für eine nachhaltige Lederproduktion.

Fraunhofer UMSICHT hat bereits ein innovatives Verfahren zur Ledergerbung ohne Abwasser entwickelt, das CO2 nutzt, patentiert ist und im vorindustriellen Maßstab demonstriert wurde (Cleantan). Zudem gibt es ein wasserfreies Färbeverfahren mit CO2 als Lösemittel für Farbstoffe, das ebenfalls patentiert wurde. (RowaLef)

Das Forschungsprojekt »InnoLeder« hat das Ziel, den Reifegrad dieser neuen, wasserfreien Färbetechnik zu erhöhen. Dabei steht die Entwicklung eines Farbmatchingsystems im Vordergrund, um eine hohe Farbflexibilität zu gewährleisten. Durch den Einsatz von verdichtetem Kohlendioxid anstelle von Wasser und herkömmlichen Färbemitteln wird nicht nur der Ressourcenverbrauch stark gesenkt, sondern auch die Umweltbelastung durch Abwasser und Chemikalien deutlich verringert.

Nutzen: Ressourcen schonen und Lederprodukte zielgerichtet färben

Durch das neu zu entwickelnde Verfahren im Projekt »InnoLeder« ist es möglich, den Farbstoffverbrauch mittels überkritischem CO2 um über 90% zu reduzieren, wodurch sich erhebliche Ressourcen einsparen lassen, und die Umwelt weniger belastet wird. Traditionelle Färbeverfahren führen dazu, dass die eingesetzten Farbstoffe im Abwasser landen. Auch Wasser und chemische Färbehilfsmittel sind nicht notwendig, so dass das Verfahren umweltfreundlicher ist, und die Abwasserproblematik der konventionellen Färbung sogar eliminiert werden kann.

Weiterhin ermöglicht das neue Verfahren, Leder nach dem Zuschnitt zu färben, um somit kein gefärbtes Leder mehr zu verschwenden. Sogar die Färbung fertiger Lederprodukte ist denkbar. Für die Industrie ist es wichtig, unterschiedliche Farben mischen zu können, um viele verschiedene Farbtöne zu erzeugen. Die Forschenden analysieren daher im Projekt die Farbstoffaufnahmekapazität und die Farblöslichkeit ebenso wie den Reinigungsaufwand zwischen den Farbwechseln. Die Farbflexibilität kann von Anlagen mit Volumen zwischen 5 l und 1700 l von Fraunhofer UMSICHT durchgeführt werden. Die oberflächlich gefärbten Leder sollen zudem die höchsten Reibechtheitsstufen erreichen, und die eingesetzten Farbstoffe nahezu verlustfrei für die Färbung eingesetzt werden können.   

Neben den ökologischen Vorteilen lassen sich durch das CO2-basierte Verfahren auch signifikante Kosten für die Lederindustrie einsparen. Die Betriebskosten sinken, da weniger Farbstoff notwendig ist und chemische Färbehilfsmittel und große Mengen an Wasser für den Färbeprozess wegfallen.

Ergebnis: Nachhaltige Transformation der Lederindustrie

Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Transformation der Lederindustrie, in dem es ökologische, ökonomische und technologische Vorteile miteinander verbindet.

Die erfolgreiche Umsetzung und Markteinführung des CO2-basierten Färbeverfahrens bietet der europäischen Lederindustrie die Möglichkeit, sich als Vorreiter im Bereich nachhaltiger Produktion zu positionieren. Dies kann zu einer stärkeren Marktstellung führen, da immer mehr Konsumenten und Geschäftspartner nachhaltige Produkte bevorzugen.

Förderung

 

Laufzeit: März 2024 bis August 2025

Förderkennzeichen: EFRE-20800050

Website: www.efre.nrw.de