Amtsantritt

Professor Hornung ist neuer Leiter des Institutsteils Sulzbach-Rosenberg von Fraunhofer UMSICHT

Pressemitteilung /

Zum 1. Januar 2013 übernahm Professor Dr. Andreas Hornung die Leitung des Institutsteils Sulzbach-Rosenberg von Fraunhofer UMSICHT. Der Ingenieur forscht an biomassebasierten Systemen zur Energieumwandlung und Speicherung und führt nun die seit Juli 2012 zur Fraunhofer-Gesellschaft gehörende Einrichtung in der Oberpfalz.

Prof. Dr. Andreas Hornung, Leiter des Institutsteils Sulzbach-Rosenberg von Fraunhofer UMSICHT

»Die Energiewende stellt uns vor Herausforderungen, die nur mit einer Vielzahl von Technologien zu bewerkstelligen sein werden. Bioenergie ist ein zentraler Bestandteil des bevorstehenden Systemwechsels, um CO2-neutral oder CO2-negativ Energie zu wandeln, aber auch um Energie zu speichern« so Professor Hornung. »Im Mittelpunkt unserer Arbeiten in den nächsten Jahren steht die Verfügbarkeit von Energie und Rohstoffen.« Besonders wichtig für den Wissenschaftler ist die Entwicklung von anwendungs-orientierten Lösungen. »Unser Ziel ist es, konkrete Konzepte – die exakt auf die Bedürfnisse des Markts zugeschnitten sind – zu entwickeln und umzusetzen.«

Kompetenz für Energiespeicherung

Neben der Entwicklung des Fraunhofer-Standortes wird sich Professor Hornung in Sulzbach-Rosenberg verstärkt mit dem Aufbau des Fraunhofer-Centrums für Energie-speicherung (CES) als starke Säule der bayrischen und deutschen Innovationslandschaft beschäftigen. Die Forscher des CES untersuchen technologieübergreifend vor allem chemische und thermische Energiespeicher. Dazu bewerten sie aussichtsreiche Technologien und testen diese konkret in Demonstrationsanlagen. Ebenso werden Aspekte der Rohstoffverfügbarkeit und -substitution betrachtet. Beispielsweise steht die für die Bioenergieerzeugung benötigte Biomasse nicht unbegrenzt zur Verfügung. Aber auch die für den Ausbau der erneuerbaren Energien benötigten Industrieminerale und -metalle unterliegen Verfügbarkeitsrisiken, denen durch angepasste Recycling- und Ressourcenstrategien begegnet werden soll. In diesem Gesamtkontext forschen die Wissenschaftler von UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg auch an der Entwicklung von Funktionswerkstoffen und -schichten, um die eingesetzten Materialen gegen hohe Belastungen zu schützen.

Die bestehenden engen Kooperationen unter anderem mit der Hochschule Amberg-Weiden, dem Bavarian Hydrogen Center (Kooperationsprojekt der FAU Erlangen mit der TU München), zahlreichen weiteren bayerischen Universitäten und Hochschulen, sowie Wirtschaftsunternehmen ermöglichen zusammen mit der Einbindung in den Fraunhofer-Kompetenzpool eine praxisnahe Forschung und Entwicklung. Die Forschungsergebnisse des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT können Industrieunternehmen, besonders kleine und mittlere Firmen, aber auch Behörden regional oder überregional einsetzen.

Professor Hornung studierte Chemische Technologie in Darmstadt und promovierte an der technischen Universität in Kaiserslautern. Nach Stationen in Karlsruhe, Österreich und Italien wechselte er an die Aston University in Birmingham. Dort gründete er das European Bioenergy Research Institute EBRI, das er weiterhin als Direktor leitet. Der Ingenieur beschäftigt sich intensiv mit Verfahren der pyrolytischen Zersetzung, dabei werden organische Verbindungen wie beispielsweise Biomasse und Abfälle bei ca 400°C und unter Sauerstoffausschluss gespalten. Bei der Pyrolyse entstehen unter anderem Kraftstoffe, Kokse und brennbare Gase, die bei Bedarf in Wärme, Strom und mechanische Energie umgewandelt werden können. Professor Hornung ist Fellow der Royal Society of Chemistry sowie Fellow der Institution of Chemical Engineers. 2012 erhielt er den Green Leader Award der West Midlands. Er hält 18 Patente und hat bislang über 150 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht.

Hintergrundinformation

Fraunhofer UMSICHT entwickelt technische Neuerungen in den Bereichen Umwelt-, Werkstoff-, Prozess- und Energietechnik. Ziel des Instituts ist es, nachhaltiges Wirtschaften, umweltschonende Technologien und innovatives Verhalten voranzubringen, um die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft zu fördern. Fraunhofer UMSICHT erwirtschaftete im Jahr 2011 mit 345 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Betriebshaushalt in Höhe von 25 Millionen Euro. Beim Institutsteil Sulzbach-Rosenberg werden wirtschaftsnahe Konzepte und Verfahren entwickelt. Themen sind unter anderen thermische und chemische Energiespeicher, Energieerzeugung aus Biomasse und Abfall, Rohstoffe, Werkstoffe und Oberflächen für die Energietechnik und Ressourcenmanagement. Fraunhofer UMSICHT begleitet seine Kunden von der Verfahrensidee bis zur Pilotanlage und von der Produktentwicklung bis zur Pilotproduktion. Der Institutsteil Sulzbach-Rosenberg als außeruniversitäres Entwicklungszentrum in der Metropolregion Nürnberg beschäftigt etwa 60 Mitarbeiter.

Die Fraunhofer-Gesellschaft nimmt seit ihrer Gründung im Jahr 1949 mit der Entwicklung zukunftsrelevanter Schlüsseltechnologien zum Nutzen von Wirtschaft und Gesellschaft eine zentrale Rolle im Innovationsprozess Deutschlands und Europas ein.

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